27. August 2017

Meister der Formen

Modellbauer, die eigene Spur 0-Modelle herstellen, können auf zahlreiche Einzelteile zurückgreifen. Mit wenigen Ausnahmen braucht es für den Aufbau von Wagen und Lokomotiven auch geformte Blechteile, die nicht immer einfach herzustellen sind. Hans Oberholzer hatte viele Jahre lang unzählige Wagendächer, Tanks und Lokkästen geformt. Dadurch ermöglichte er Modellbauern sowie Herstellern, ihre Wunschmodelle zu kreieren.

Der Beitrag zeigt Eigenleistungen von verschiedenen Modellbauern und von Hans Oberholzer selbst. Einige Modelle sind komplette Eigenbauten, die mindestens teilweise mit Blechen oder Schleudergussteilen von Hans gefertigt wurden. Für einige Wagen hatte er auch komplette Bausätze zusammengestellt. Sie veranschaulichen eindrücklich, was durch Eigeninitiative möglich ist. Dank Hans fahren originelle Eigenbaumodelle auf Anlagen oder erfreuen ihre Erbauer einfach so. Die Modelle präsentieren einen Querschnitt dessen, was über viele Jahre entstanden ist.

Urs Häni

Editorial
6. Juli 2017

Klassentreffen der Giganten

Es ist nicht ganz ungewöhnlich, dass sich Liebhaber amerikanischer Bahnen durch die Magie des Grossen, schier Unmöglichen verführen lassen. Die Bahnen fuhren und fahren schliesslich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Manfred Lengacher mag aber das lokale Holzfällerbähnchen genauso wie die gigantischen Gelenklokomotiven, die mehrere Tausend Tonnen schwere Güterzüge über die Rocky Mountains schleppten.

Lengacher hat das Problem ganz einfach gelöst. Unter seiner Holzfällerbahn in Spurweite 0n3 hat er einfach noch eine Spur 0-Anlage platziert, mit der Kohlestation von Cheyenne und all seinen Lieblingslokomotiven. Obwohl diese Kohlestation Lokomotiven der Union Pacific bewirtschaftete, gastieren bei ihm auch solche der Southern Pacific und der Denver und Rio Grande Western. Einfach weil sie ihm gefallen. Diesellokomotiven brauchen zwar keine Kohle, trotzdem verkehren hier welche der Santa Fe, der Southern Pacific und als Highlight eine Gasturbine der Union Pacific.

Einmal mehr gilt es den aussergewöhnlichen Modellbau von Manfred Lengacher zu geniessen und vor allem auch seine Verwitterungskünste. Viel Spass!

Urs Häni

Editorial
4. Juni 2017

Meisterin der Rekorde

Die CC 7100 der SNCF (Societé National de Chemin Fer) gilt als eine der erfolgreichsten sechsachsigen Elekrolokomotiven Europas. Die beiden Prototypen 7001 und 7002 von 1949 sollten 1000 Tonnen schwere Schnellzüge mit 140 Stundenkilometer bewegen. Die Tests waren so erfolgreich, dass die SNCF zu den beiden Prototypen noch weitere 58 Lokomotiven mit einigen Modifikationen bestellte (7101 bis 7158). Die beiden Prototypen erhielten Mitte 1952 verbesserte Drehgestelle.

Berühmt wurde die CC7100 vor allem durch die Geschwindigkeitsweltrekorde. Im Jahre 1954 erreichte die CC 7121 die Bestmarke von 243 Km/h, was damals Weltrekord auf Schienen bedeutete. Bereits 1955 erreichte die CC 7107 den Rekord von 331 Km/h, der lange Zeit Bestand hatte. Die CCs erzielten aber auch Umlaufrekorde, wie etwa die CC 7147, die in einem Monat 63'426 Kilometer erreichte. Es waren wohl die Alltagsleistungen, die Bahnverwaltungen wie die von RENFE (Red Nacional de los Ferrocarriles Españoles) und NS (Nederlandse Spoorwegen) bewogen, die CC in ihren Fahrzeugpark aufzunehmen. Selbst Russland und China beschafften sich CCs von Alsthom.

Es ist deshalb nur logisch, dass die CC7100 auch von den Modellbahnherstellern gewürdigt wurde. Auch in Spur 0. Neben den französischen Versionen der Hersteller Lemaco und Lombardi beeindruckt vor allem die Variantenvielfalt des holländischen Herstellers Philotrain.

Aber sehen Sie selbst...

Urs Häni

Editorial
29.April 2017

Hauptstadt des Modellbaus

Die Intermodellbau 2017 hielt einmal mehr, was sich die Zuschauer erhofften: Attraktive Darbietungen in den Bereichen Flugobjekte, Schiffe, Autorennen, Roboter und Modellbahn. Selbstverständlich waren auch die Anbieter der entsprechenden Sparten anwesend. Die Sparte Modelleisenbahn nahm mit 33 Anlagen von Z bis 1 auch dieses Jahr wieder den grössten Raum ein.

Von der Grösse her beeindruckten die bayrische Anlage «Bockerl fahr zua», der Kopfbahnhof «Lauscha» und die wirklich grosse Arlberganlage des Modelleisenbahn-Clubs Bregenz. Aber auch die mehrstöckige Gebirgsanlage mit der Berninabahn der «Vereniging Spoorgroep Zwitzerland» und die ebenfalls aus Holland stammende «De Terderloc», die durch einen vielschichtigen Humor brillierte, bleiben in Erinnerung. Von den Konzepten her überzeugten vor allem die drei französischen Gruppen.

Es waren zudem die kleinen Rangieranlagen, die sich durch tollen Modellbau auszeichneten, und deshalb immer wieder für grössere Menschenansammlungen an ihren Ständen sorgten. Leider bleibt die eine oder andere Anlage aussen vor, die es auch verdient hätte, hier vorgestellt zu werden. Aber die Auswahl zeigt trotzdem einen repräsentativen Querschnitt und die Vielfalt, die in Dortmund zu sehen war.

Urs Häni

Editorial
1. April 2017

Vorstadtgeschichten

Hinterhöfe inspirieren Menschen je nach Charakter zu ganz unterschiedlichen Interpretationen. Kurt Singer, Initiant des ehemaligen Singer-Teams jedenfalls, hatte jeweils ein paar unterhaltsame Geschichten parat, wenn seine Besucher vor dem Diorama mit der eindrücklichen Vorstadt innehielten.

Es wurde von Wolfgang Besenhart erbaut und vom Singer-Team farblich überarbeitet. Armin Eng, ein Mitglied des Teams, war ein Meister des Verwitterns. Er trug der Verkleinerung Rechnung, indem er nicht einfach dunkle Gebrauchspuren anbrachte, sondern Lichter setzte – wie das ein Kunstmaler auch tut. Über all die Jahre verfeinerte er seine Technik merklich. Am eindrücklichsten waren die Resultate, wenn er eine Fotografie des Vorbildes erhielt.

Das Vorstadtdiorama zeigt eine gute Möglichkeit, wie man mit wenig Platz eine wirkungsvolle Bühne für die Präsentation der Modelle kreieren kann. Sie kommen dadurch wesentlich besser zur Geltung als in einer vollbepackten Vitrine. Die Lagerung in der Schachtel erzeugt gar keine Wirkung.

Themen gibt es genug. Die Vorstadt ist nur ein Beispiel. Ihre Faszination liegt auch darin, dass die Gleise nicht parallel zur Rahmenkante verlaufen und die Niveaus der Gleise auf unterschiedlichen Höhen liegen. Das erzeugt Spannung.

Viel Spass beim Anschauen oder gar beim Bau eines eigenen Dioramas.

Urs Häni

Editorial
7. März 2017

Pioniergeist

Die erste Anlage von Marcel Darphin war für zahlreiche Spur 0-Bahner ein nachahmenswertes Beispiel. Es war vor allem auch die Art, wie er seine Bahn betrieb, die den Besucher faszinierte. Puffer-an-Puffer-Betrieb – gestossen oder gezogen – waren Dank den grossen Radien problemlos möglich. Zudem wurden nichtverwendete Züge mit einer Rangierlok in den Abstellbahnhof gebracht, die dort verblieben, bis der Zug wieder gebraucht wurde. Es war ein faszinierendes Schauspiel, ihm beim «Spielen» zu zusehen.


Darphin war aber nicht nur ein Anlagebauer, sondern auch ein Produzent von Rollmaterial. Seine Vertriebfirma hiess «Darstead». Die Produktionen zeigen seine Vorliebe für französische Bahnen und die BLS deutlich. Dazu gehören neben den CIWL-, PLM- und SNCF-Wagen auch die BLS Lokomotiven Ae 4/4, Re 4/4 und Ae 8/8. Ein besonderes Stück Kunsthandwerk stellt die SNCF 241A dar, die von Guy Boileau produziert wurde. Die 17 Lokomotiven wurden ebenfalls über «Darstead» vertrieben.
Weiter war Darphin Initiant verschiedener OMEN-Figuren, etwa der Personen-Sets für die Lx-Schlaf- und die Pullman-Wagen. Weiter gab es ein Corail- und ein OCEM-Set sowie Lokführer und Heizer für Dampflokomotiven. Ein zusätzliches Set mit Bahnpersonal komplettieren die SNCF-Figuren. Speziell sind die radfahrenden wie auch die treppensteigenden Miniaturmenschen, die später nicht in den freien Verkauf gelangten.
Viel Spass beim Geniessen.
Urs Häni

Editorial
30. Januar 2017

Noblesse pur

Es gibt Rollmaterial des Vorbildes, das keinen Modellbahner kalt lässt. Selbst auf Modellbahnanlagen in den USA sah ich schon Pullmanwagen der CIWL (Compagnie Internationale des Wagons-Lits) ihre Runden drehen.


Die bekanntesten Pullman-Züge rollten in Frankreich oder starteten zumindest von Paris aus, meist in den Norden, etwa nach Brüssel oder Amsterdam. Auch in der Schweiz fuhr ein Pullmanzug: «Der Gotthard-Pullman-Express». Leider war dem Zug kein grosser Erfolg beschieden, weil er im September 1927, kurz vor der Weltwirtschaftskrise (1929), eingeführt wurde. 1931 hatten die SBB diesen Zug bereits wieder aus dem Fahrplan gestrichen.
Trotzdem sind die Pullman-Wagen sehr beliebt, wahrscheinlich auch, weil sie in ganz Europa anzutreffen waren. Neben den Spur 0-Modellen von Darstead – die mittlerweile über 35 Jahre alt sind – hatte vor allem Pierre Griveaux mit seinen hochdetaillierten Pullmans Furore gemacht. Sie sollten einst durch die Firma «Edelweiss» verkauft werden. Das Projekt wurde jedoch eingestellt, weil es sich nicht rechnete. Der Aufwand für diese Produktion war einfach zu gross. Pierre Griveaux hatte aber einige Wagen an ein paar Liebhaber dieser Fahrzeuge verkauft. Einer dieser Liebhaber hat mir seine Fotos für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt. Vielen herzlichen Dank.
Urs Häni

Editorial
2. Januar 2017

Stimmungsmacher

Die Dioramen und Anlagenteile am Singer Team-/Ferro Suisse-Stand in Luzern bleiben unvergesslich. Heinz Benz setzte auf so manchem dieser Schaustücke Akzente, die in jeder Hinsicht überzeugten. Er war ein Verfechter von hellen Farben, wenn es um die Gestaltung des Geländes ging. Dadurch kämen die Fahrzeuge besser zur Geltung. Es sei der Kontrast, der die Wirkung unterstützen würde, sagte er.


Die Exponate entstanden lange bevor es 3D-Drucker gab, und auch lange bevor es üblich war, ganze Hausfassaden zu lasern. Als gelernter Grafiker hatte er mit dem Gestalten von Formen und mit Farben keine Mühe. Seine Gebäude und Felsen sind auf verschiedenen H0- und 0-Anlagen markante Gestaltungselemente, wie auch seine Sonnenblumen und Farnsträucher.
Heinz Benz ist vor einigen Jahren unerwartet gestorben. Seine Ausstellungsstücke bleiben aber in zahlreichen Videofilmen und auf Fotos der Nachwelt erhalten, ganz zu schweigen von den zahlreichen Gebäuden, die er im Auftrag von Kunden herstellte. Der Beitrag zeigt einen Querschnitt seines Schaffens, das auch als Inspiration für eigenes Tun dienen kann.
Urs Häni

Editorial
1. Dezember 2016

Feinkost aus Wien

Nachdem nun die Vielfalt der Geschichten zunimmt, haben wir die Navigation verändert. Wenn Sie beispielsweise die Rubrik «Anlagen» anwählen, gelangen sie neu zu einer Auswahl von Titeln mit Bildern. So ist es leichter auszuwählen, weil die Titel nicht immer genau beschreiben, um welches Anlagethema es geht.


Die neu vorgestellte Spur 0-Anlage stand einmal in Wien-Hütteldorf. Sie musste aufgrund der Kündigung des Lokals abgebrochen werden. Spur 0-Anlagen nach österreichischem Vorbild sind eh schon eine Rarität, geschweige denn die gewählte Norm «Proto45». Sämtliche Details dieser Anlage mussten im Eigenbau entstehen, genau so wie der Hauptteil der Fahrzeuge. Solche Anlagen sind besonders interessant, weil sie meist etwas Überraschendes bieten.
Was die acht Herren aus Wien und Umgebung hervorbrachten ist einmalig. Obwohl der Anlagebau bereits 1965 begann, wirkt die Gestaltung der Landschaft überzeugend, die Malkunst des Hintergrunds gar überwältigend. Gemalte Hintergründe faszinieren mich weit mehr als Fotohintergründe. Die Harmonie zwischen Vorder- und Hintergrund ist in der Regel nicht zu übertreffen. Geniessen Sie die Arbeiten dieser acht Könner, die ein gemeinsames Ziel im Fokus hatten.
Urs Häni

Editorial
30. Oktober 2016
LaLiberation_670.jpg

La Libération

Die amerikanische 141R war für die französischen Staatsbahnen wirklich eine Befreiung, denn nach dem Krieg waren mehr als 80 Prozent aller Lokomotiven zerstört. Die 141R wurde in 1340 Einheiten zwischen 1945 und 1947 geliefert und machten es möglich, den geregelten Eisenbahnverkehr in Frankreich wieder herzustellen. Im Gegensatz zu den grossen Entwürfen der Lokomotivkonstrukteure Chapelon und De Caso, waren die 141R in ganz Frankreich im Einsatz und in der Bevölkerung entsprechend bekannt. Darüber hinaus wurde die 141R vor Personen- und Güterzügen eingesetzt. Sie zog sogar so berühmte Schnellzüge wie den «Train Bleu» und den «Mistral».
Aufgrund der Bekanntheit dieser beeindruckenden Lokomotive war es nur selbstverständlich, dass sie zahlreiche Modellbahnhersteller inspirierte. Sie wurde in unterschiedlichen Varianten in den Spurweiten N bis 1 produziert. In Spur 0 gibt es von Fulgurex und Lematec insgesamt 17 Versionen. Die hochwertigen Bausätze von Benoit Semblat erlaubten sogar, sie in jeder gewünschten Ausführung herzustellen.
Die erste 141R in Spur 0 erschien Ende der 1940er-Jahre von Munier. Fulgurex hatte ihre 141.R.1106 von 1972 anhand des Munier-Modells konstruiert. Sie ist mittlerweile 44 Jahre alt und dreht auf verschiedenen Show-Anlagen immer noch ihre Runden. Hut ab!
Viel Spass beim Lesen und Anschauen.
Urs Häni
Editorial
1. Oktober 2016
SLM_Mallet_editorial.jpg

Grosse Herausforderung

Für einmal gilt das Modellbauthema nicht der Spur 0. Dem Thema «Modellbau» wird der Beitrag aber trotzdem zu Hundert Prozent gerecht. Werner Bilger betreibt eine Fünfzoll-Gartenanlage und baut Lokomotiven dazu, die seinesgleichen suchen. Wenn wir in Spur 0 eine Lokomotive bauen, so bestehen Einzelteile wie eine Schmierpumpe oder ein Injektor in der Regel aus einem Schleudergussteil. An Werner Bilgers Mallet besteht eine Schmierpumpe aus rund 40 Einzelteilen, und sie erfüllt die gleiche Aufgabe wie beim Vorbild. Auch Sechskantschrauben und Nieten dienen dem Zweck, Einzelteile zu befestigen oder grössere Bauteile zu verbinden.
Bis zur Fertigstellung seiner 1-C+C der holländischen Staatsbahnen auf Java wird Bilger rund 20 000 Arbeitstunden investiert haben, die sich auf einen Zeitraum von cirka 25 Jahre verteilen werden. Wer mit ihm ins Gespräch kommt, spürt seinen Enthusiasmus und die Freude, die ihm diese aussergewöhnliche Herausforderung bereitet. Für den Fahrspass auf seiner Anlage stehen ihm zwei weitere selbstgebaute Lokomotiven zur Verfügung sowie eine Gästelok. Auch die Wagen, mit denen er an schönen Sommertagen auch mal Gäste transportiert, sind alle im Eigenbau entstanden.
Es wird ein besonderer Tag sein, wenn Werner Bilger die SLM-Mallet zum ersten Mal anheizt. Es ist leider noch etwas früh, den Champagner dazu kalt zu stellen. Aber wenn es soweit ist, werden Sie es erfahren.
Urs Häni
(Bild: SLM)
Editorial
29. August 2016
Edito-5-FO-HGe44_2-650.jpg

Stilvolles Ambiente

Der neue Anlagebericht präsentiert die ehemalige 0m-Anlage von Paul Liniger. Er hat sie wegen eines Umzugs verkauft. Geblieben sind die Bilder, die eine überzeugende Landschaftsgestaltung und eine ebensolche Infrastruktur zeigen. Es ist die Qualität der statischen Elemente wie Felsen, Mauern, Bäume und die Begrünung, die den entscheidenden Unterschied machen. Aber selbstverständlich stand das Rollmaterial dem modellbauerischen Anspruch in nichts nach.
Ebenso überzeugend wirken die Gebäude, die Paul Liniger für sich und andere Spur 0-Modellbahner kreierte. Das Schwergewicht lag auf Bahnhöfen, Güterschuppen, Lokdepots und weiteren Nebengebäuden der Bahn. Aber auch Brücken, Heuschober und Kapellen gehörten dazu. Es war wohl das Haupthobby innerhalb seiner Modellbauaktivitäten.
In der Rubrik «Extras» ist ein Film zu sehen, der Leben retten kann. Er wurde vom Team des Modellbau Wunderlands in Hamburg produziert. Anschauen lohnt sich.
Urs Häni
Editorial
28. Juli 2016

Lebenskünstler

Ein Künstler ist Max Heigl auf jeden Fall. Seine ersten Modelle entstanden 1975 und zwar mit einem Detaillierungsgrad, der anspruchvolle Modellbahner auch heute noch begeistert. Die Produkte von sind nicht nur gut detalliert, sondern auch für den «harten» Anlageeinsatz geeignet. Er selbst ist wohl der konsequenteste Tester seiner Produkte, denn er kann die Fahrzeuge in Nn3, 0n2, 0f, 0e und IIf auf den hauseigenen Anlagen ausprobieren. Einzig den Spur 0-Wagen konnte er nie Auslauf gewähren. Aber wer Marcel Darphin je auf seiner Anlage besuchen durfte, weiss, dass gerade die Lx- und die Pullman-Wagen regelmässig durch das francophile Gelände rollten. Die beiden Züge gehörten zu seinen Favoriten.


Heigl erinnerte sich an die aufwändige Konstruktion, mit den doppelwandigen Wagenkästen und den zahlreichen Gussteilen an den Wagenböden. Obwohl dieser Auftrag eine echte Herausforderung war, redet er nur positiv darüber. Er hatte dadurch einiges erleben dürfen und Leute der Spur 0-Szene im In- und Ausland kennengelernt – Begegnungen, die er nicht mehr missen möchte.
Heigl hatte stets auf seine innere Stimme gehört und seine Berufung zum Beruf gemacht. Das war besonders wichtig, als er ein Angebot einer bekannten Bigband als Trompeter erhielt. Er hatte abgelehnt und sich für den Modellbau entschieden. Rückblickend ist er froh über diesen Entscheid und wahrscheinlich auch all jene, die seine Modelle zu schätzen wissen. Trompete spielt er übrigens auch heute noch jeden Tag.
Urs Häni

Editorial
26. Juni 2016

Exzellenter Modellbau

Manfred Lengacher realisiert sein Anlagekonzept etappenweise. Hinter dem Lokschuppen ist nun eine Werkstatt dazu gekommen. Servicearbeiten am Rollmaterial werden in der Regel im Lokschuppen ausgeführt. Für aufwändigere Reparaturen demontieren die Bahnarbeiter die defekten Teile, um sie in der Werkstatt zu reparieren oder um sie sogar neu herzustellen. Wie Sie im Beitrag sehen, ist die Werkstatt hervorragend eingerichtet.


Auch diese Einrichtung entstand nach einem Konzept. Welche Maschine braucht es für welche Reparaturen? Wo sollten die Maschinen nach praktischen Gesichtspunkten stehen? Die Werkzeugmaschinen entstanden aus Zinngussbausätzen. Vor der Montage müssen die Einzelteile verputzt, teilweise schon bemalt und dann zusammengebaut werden.
Neu ist auch die Sägerei, die nach dem Plan des noch bestehenden Vorbilds aufgebaut wurde. Die Detailbilder zeigen den Ablauf der Holzverarbeitung: Wie noch die letzten Aststumpen abgetrennt werden oder wie die Stämme zur Kreissäge gelangen. Selbst die Entsorgung des Sägemehls ist gelöst.
Beachten Sie auch die Gestaltung der Umgebung, die nun bis auf den Wald fertig gestellt ist. Viel Spass beim Anschauen.
Urs Häni

Editorial
24 Mai 2016

Magie Furka

Herzlichen Dank für Eure regelmässigen Besuche auf meiner Homepage und die zahlreichen Anmeldungen für den Newsletter. Vielen Dank auch für die motivierenden Rückmeldungen. Die neue Geschichte handelt von Claude Wengers Furka-Oberalp Bahn in der Spurweite 0m.


Die Arbeiten von Claude haben mich tief beeindruckt und auch die gepflegte Art und Weise, wie er seine Anlage betreibt. Die Stromversorgung beispielsweise erfolgt über die selbstgebaute, filigrane Fahrleitung, welche für Dampfloks auf das Gleis umgeschaltet werden kann. Überzeugend funktioniert auch der Zahnradbetrieb. Für kurvenreiche Strecken und mit dem System Abt ist das nicht selbstverständlich. Zahlreiche Loks und Wagen sind im Eigenbau entstanden, und Claude hatte mehrere Antriebe in seiner eigenen Werkstatt überarbeitet.
Auch während seiner aktiven Präsidentschaft in der DFB AG (Dampfbahn Furka-Bergstrecke AG) hatte er einiges bewegt. Im Text finden Sie direkte Links zu den entsprechenden Vereinen. Weitere Links führen zum Videofilm von James Stapfer. Er drehte ihn während unseres letzten Besuchs im Welschland bevor diese Anlage abgebrochen wurde. Sie können zwischen zwei Versionen auswählen. Viel Spass beim Lesen und Zuschauen.
Urs Häni

Editorial
20 April 2016

Willkommen

Herzlich willkommen auf «finescale.ch». Hier präsentiere ich verschiedene Aspekte des Eisenbahn-Modellbaus in Spur 0. Mir ist bewusst, dass ich mit dem Thema eine ausgewählte Zielgruppe anspreche. Das ist dank des Internets möglich. In einem Kiosk im Zürcher Hauptbahnhof zählte ich 28 deutschsprachige Modellbahnzeitschriften. In diesem Wettbewerb könnte ich mit meinem Thema nicht mithalten. Das war auch nie meine Absicht.


Diese Seite ist all jenen gewidmet, die selber etwas kreieren und dabei eine feine Klinge führen. Das sind Modellbauer, die Anlagen, Dioramen oder Fahrzeuge bauen, und es sind Hersteller, die Modelle produzieren, die mir besonders gut gefallen. Die Seite gilt auch jenen, die selber nicht aktiv sind, aber wertschätzen, was andere hervorbringen.
Für den Start habe ich in jeder Rubrik eine Geschichte aufgeschaltet. Am Ende der Geschichten finden Sie einen Link zu den Bildgalerien und weitere Rubriken. Wenn Sie mögen, können Sie sich am Ende der Seiten unter «Newsletter» anmelden. Sie bekommen dann eine Mitteilung, sobald eine neue Geschichte aufgeschaltet wurde. Es freut mich, wenn Sie die Entwicklung dieser Seite mitverfolgen. Sie funktioniert auch auf Tablets und Smartphones.
Urs Häni

Editorial
Lade Mehr